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Sigmar-Olaf Tergan • Modelle der Wissensrepräsentation als Grundlage qualitativer Wissensdiagnostik
Sigmar-Olaf Tergan • Modelle der Wissensrepräsentation als Grundlage qualitativer Wissensdiagnostik
Fragen der gedächtnismäßigen Repräsentation von Wissen stehen gegenwärtig im Zentrum des Forschungsinteresses von Kognitionspsychologie, Künstlicher Intelligenz-Forschung und Lehr-Lern-Forschung. Sichtbaren Ausdruck findet dieses Forschungsinteresse in der grossen Zahl derzeit bestehender Wissensrepräsentationssysteme. Kennzeichnendes Merkmal der theoretischen Systeme ist die Auffassung, daß gedächtnismäßsig repräsentiertes Wissen strukturiertes Wissen darstellt (Wissen hat Struktur). Qualitative Unterschiede in der individuellen Wissensorganisation sind danach von entscheidender Bedeutung für die Informationsverarbeitung. Sucht man allerdings nach geeigneten diagnostischen Verfahren zur Erfassung qualitativer Aspekte individueller Wissensstrukturen, so wird rasch deutlich, dass bestehende Diagnoseverfahren wissenstheoretischen Erkenntnissen nicht gerecht werden. Die intensive Beschäftigung der Forschung mit Fragen der Theoriebildung hat die Entwicklung theorieorientierter Diagnoseinstrumente bisher kaum beeinflusst. Auf mögliche Methoden zur Erfassung von Wissensstrukturen wird zwar gelegentlich hingewiesen, ihre Zuordnung zu theoretischen Modellen der Wissensrepräsentation bleibt jedoch gewöhnlich im Dunkeln. Mit der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, bestehende theoretische und methodische Ansätze zur Erfassung und Repräsentation von Wissensstrukturen konstitutiv aufeinander zu beziehen. Hierzu werden jeweils zunächst theoretische Modelle der Wissensrepräsentation innerhalb eines bestimmten Grundansatzes dargestellt und unter dem Aspekt ihrer Implikationen für die Bearbeitung wissensdiagnostischer Fragestellungen kritisch diskutiert und bewertet. Daran anschliessend erfolgt jeweils eine exemplarische Darstellung derjenigen methodischen Zugangsweisen zur Erfassung von Wissensstrukturen, die den theoretischen Modellvorstellungen entsprechen. Im Kontext der Diskussion bestehender theoretischer Grundansätze der Erfassung und Repräsentation von Wissensstrukturen werde dabei offene theoretische und methodelogische Fragen behandelt sowie Probleme und Perspektiven einer theorieorientierten Diagnose von Wissensstrukturen aufgegriffen.
Westdeutscher Verlag, Beiträge zur psychologischen Forschung - Band 7, broschiert, 230 Seiten