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Philippe Despoix • Ethiken der Entzauberung
Philippe Despoix • Ethiken der Entzauberung
Zum Verhältnis von ästhetischer, ethischer und politischer Sphäre am Anfang des 20. Jahrhunderts
Philippe Despoix unternimmt einen Querschnitt durch die essayistischen Schriften Max Webers, Gustav Landauers, Leó Poppers, des jungen Lukács und Siegfried Kraucauers, um eine Denktypologie des Verhältnisses von ästhetischen, ethischen und politischen Sphären auf der Folie einer sich säkularisierenden Gesellschaft zu konstruieren: Im 'gnostischen' Typus - wie ihn etwas Lucács verkörpert, der die Werke Dostojewskis als epische Chiffre einer bevorstehenden religiös-politischen Erlösung liest - wird die Moderne vordergründig in theologischen Kategorien gefaßt und geschichtsphilosophisch gedeutet. Im 'skeptischen' Typus Max Webers wird den neuen Kunstformen kein positives Gegengewicht zur religiösen Entzauberung zugesprochen, sondern die Herausforderung liegt gerade im Bejahen der unumkehrbaren Trennung von Wertsphären. Im 'panästhetischen' Typus schließlich stellt die spezifische ästhetische Wende der Moderne die grundlegende Werterneuerung dar.
Syndikat, Paperback ohne Schutzumschlag, 252 Seiten