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Kultfigur und Mythenbildung

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Kultfigur und Mythenbildung

Das Bild vom Künstler und sein Werk in der zeitgenössischen Kunst
Michael Groblewski & Oskar Bätschmann (Herausgeber)

Die Beiträge, die Michael Groblewski hier vereint hat1, machen deutlich, daß der aus der kollektiven Bildfindung entlassene Künstler zu einer Form von Öffentlichkeit finden mußte, die ihn als Garant seiner selbst und indirekt des kollektiven Bewußtseins kennzeichnet. Dieser Weg ist unumkehrbar und hat heute zu einer Art babylonischer Verwirrung geführt, die allzuleicht mit Beliebtheit apostrophiert wird. Oskar Bätschmann bietet einen souveränen Einstieg in das komplexe Thema, das in der Folge die spezifische Auseinandersetzung mit den prototypischen Kultfiguren Beuys und Warhol erst eigentlich ins rechte Licht rückt. Vor allem wird deutlich, daß sich die Wirkungsgeschichte des ?oberflächlichen" Warhol von jener des ?tiefgründigen" Beuys kaum unterscheidet. In beiden Fällen ist sie unabsehbar. Weshalb hat Beuys Warhol besonders geschätzt? Ich denke, weil Warhol so radikal wie Beuys selbst war. Während Warhol vorbehaltlos die ökonomischen Kriterien und Prinzipien einer sich entfaltenden Konsum- und Mediengesellschaft in sein Werk - als dessen Struktur - integrierte, löste sich Beuys von der Permissivität einer solchen Entwicklung und setzte dieser die ?soziale Plastik" entgegen. Dem Diktum von Beuys: ?Jeder Mensch ist ein Künstler" entsprach jenes von Warhol: ?In Zukunft wird jeder Mensch für fünfzehn Minuten weltberühmt sein". Noch nie, so scheint mir, gründeten so gegensätzliche Entwürfe von vergleichbarer Intensität auf derart verschiedenen kulturellen Voraussetzungen. Beuys und Warhol haben die Gegensätze ?Amerika - Europa" in einem Höchstmaß verkörpert. Daraus entstand zwischen den beiden Künstlern eine produktive, auf gegenseitigem Respekt beruhende Freundschaft. Beuys integrierte Warhol in seine Raumfolge im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Warhol porträtierte Beuys als einzigen Künstler nicht im Sinne seiner redundanten Gesellschaftsporträts, sondern auf der gleichen Ebene wie Marilyn, Elvis und Mao.

 

Inhalt
Geleitwort - Seiten VII-VIII
Vorwort - Seiten IX-XII
Ausstellungskünstler - Oskar Bätschmann - Seiten 1-36
„...eine Art Ikonographie im Bilde.“ - Michael Groblewski - Seiten 37-68
Warhols Tausch der Identitäten - Antje von Graevenitz - Seiten 69-92
Andy Warhol „Mao“ – Joseph Beuys „Ausfegen“, Zwei Arbeiten aus dem Jahr 1972 - Hans-Werner Schmidt - Seiten 93-114
Joseph Beuys, Beuys-Block Raum 7 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt: Installation eines Selbstporträts - Sigrun Paas - Seiten 115-140
Zum Begriff der Ästhetik im Werk von Joseph Beuys - Matthias Bleyl - Seiten 141-148
Immer wieder unpolitisches Künstlertum? - Hans-Ernst Mittig - Seiten 149-156
Personenregister - Seiten 157-162
Abbildungsnachweis - Seiten 163-164

Akademieverlag, 164 Seiten

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