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Karin Dahlke • Äußerste Freiheit

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Karin Dahlke • Äußerste Freiheit


Wahnsinn / Sublimierung / Poetik des Tragischen der Moderne. Lektüren zu Hölderlins Grund zum Empedokles und zu den Anmerkungen zum Oedipus und zur Antigonä
Warum noch einmal Hölderlin lesen? Weil Hölderlin uns die sprachlose Gewalt der Moderne hören lässt, und dies in einer Sprache äußerster Freiheit – und zwar dank der Sublimierung des eigenen „verwilderten Geistes“ in seiner Poetik. Ausgehend von Foucaults Literaturtheorie wird eine Logik des Selben zwischen der Literatur der Moderne und dem Wahnsinn deutlich, da beide ihren Ursprung im Trauma der Moderne haben, einer Leere inmitten der Ordnung, dramatisiert als Tod Gottes wie der Väter. Mit Freuds Studie zu Leonardo da Vinci erweist sich der Narzissmus, oft als Krankheit der Moderne beklagt, als notwendige Bedingung für die Sublimierung auf individueller Ebene. Lacans Kommentar zur Antigone stellt das Trauma auf den Schauplatz der Tragödie dar und leuchtet die Sublimierung im Schein des Wahnsinns eines „reinen Begehrens“ an der Grenze der Sprache aus. Dieser Rahmen wird Hölderlins Poetik nicht appliziert, sondern ermöglicht vielmehr, diese viel gedeuteten Texte noch einmal wie neu zu lesen, und zwar fast Satz für Satz, sodass ihre bis heute noch immer unerhörte Radikalität einer Sprache äußerster Freiheit ins Licht tritt. Diese Lektüre bietet deshalb eine ungewöhnliche Fülle neuartiger Denkansätze zu Hölderlins Poetik des Tragischen der Moderne.


Königshausen & Neumann, Paperback, 584 Seiten

 

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