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Georg Kreisler • Der Schattenspringer
Georg Kreisler • Der Schattenspringer
Roman
"Ich habe einen Roman von Mister Greenway gekauft," erzählte Whitney. "Er ist übrigens nicht besonders gut. Ich finde den Brief, den Sie mir soeben gezeigt haben, viel besser."
"Ich schätze literarische Urteilskraft," sagte Connally, "aber den Brief verstehe ich nicht."
Der Brief ist meines Erachtens ein Geständnis, Sir," meinte Whitney, "er gibt ja zu, seine Frau getötet zu haben."
"Aber er schreibt doch nicht, daß er sie in die Schlucht gestoßen hat, und das war schließlich die Todesursache. Also, was meint er dann?"
"Was er meint, weiß ich nicht," gestand Whitney, "auch in seinem Roman sagt er nie, was er meint. Er sagt lediglich, was er denkt. Meinungen überläßt er dem Leser. Vielleicht sollten Sie den Roman lesen, Sir."
"Ich werde mich hüten," erklärte Connally, "ich bin jetzt vierzig Jahre lang mit ihm befreundet, weil ich nie ein Wort von ihm gelesen hab. Warum soll ich das ändern, gerade jetzt, wo er einen Freund braucht?"
Edition Dia, Hardback mit Schutzumschlag, 140 Seiten