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Der Blaue Reiter
Der Blaue Reiter
Die Befreiung der Farbe
Die Befreiung der Farbe -- das ist wohl der beste Untertitel, den man einem Buch über die als expressionistisch bezeichnete Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter" geben kann. Denn schon der Gruppenname, der, einer schönen Anekdote zufolge, von Wassily Kandinsky und Franz Marc beim Kaffeetrinken in Marcs bayerischer Laube 1911 erfunden wurde, zielt bereits ab auf die Trennung von Farbe und realem Gegenstand. Kandinsky war es dann, der diese Trennung in seinem Konzept einer "geistigen Kunst" am radikalsten vollzog: Anhand der Chronologie seiner Landschaftsbilder aus Murnau kann man quasi im Zeitlupentempo mitverfolgen, wie Häuser, Kirchtürme, Tiere und Menschen langsam in einem Meer aus Farbe versinken. Als der Blaue Reiter nach drei Jahren kreativer Schaffenskraft wieder auseinander ging, war die Befreiung der Farbe vollzogen.
Auf 258 teils farbigen Abbildungen von Gemälden, Holzschnitten und Zeichnungen zeigt Der blaue Reiter. Die Befreiung der Farbe den Weg in die Abstraktion bei Kandinsky, August Macke und Paul Klee, aber auch die Reduktion der Form bei Alexej von Jawlensky und die Arbeiten mit und an der Farbe bei Gabriele Münter, Arnold Schönberg, Hans Mattis Teutsch oder Heinrich Campendonk. Und er zeigt die ganze Vielfalt einer Bewegung, die -- anders als ihr expressionistisches Gegenstück "Die Brücke" in Berlin -- nie einen einheitlichen Stil herauszubilden beabsichtigt hat.
Hatje Cantz Verlag, Paperback, 239 Seiten