Wir verwenden Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Setzen von Cookies. Erfahren Sie mehr.
Maurice Blanchot • Politische Schriften 1958-1993
Maurice Blanchot • Politische Schriften 1958-1993
Aus dem Französischen übersetzt und kommentiert von Marcus Coelen
Maurice Blanchot (1907-2003) oft mit dem Klischee des Einsamen assoziiert begleitete den Großteil seines literarischen und philosophischen Schaffens mit einem radikalen politischen Engagement, das von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Denkens bewegt war. Gerade die Idee der Gemeinschaft nicht reduzierbares Sein mit dem Anderen im Denken, Schreiben, Handeln setzte er jeder Form fusionistischer, nationaler oder gar nationalistischer Politik entgegen. Seit 1958 wird dieses Denken im Öffentlichen manifest: zunächst in der Weigerung vor dem Unakzeptablen der Machtübernahme De Gaulles; dann in der bedingungslosen Erklärung zur Unterstützung der Befehlsverweigerer und Fahnenflüchtigen des Algerienkriegs; über die intensive Arbeit am Internationalismus einer europäischen politisch-literarischen Zeitschrift von unerhörtem Format und im kollektiven und anonymen Schreiben in den Tagen des Mai 68; zu Stellungnahmen im medialen Diskurs zum »Fall Heidegger« und zur Erinnerungspolitik der Vernichtung der europäischen Juden; bis schließlich in der bis zuletzt aufrecht erhaltenen Weigerung, die Idee des Kommunismus den politischen Ereignissen zu opfern. Der Band dokumentiert die politischen Texte Blanchots aus den Jahren 1958 bis 1993 und will die Untrennbarkeit seines philosophischen und literarischen Denkens vom Politischen deutlich machen. »Was noch hinzufügen? Es gibt vielleicht eine kulturelle Macht, aber sie ist ambivalent und droht immer, indem sie diese Ambivalenz verliert, sich in den Dienst einer anderen Macht zu stellen, die sie unterwirft. Schreiben ist, im Extremen, das, was nicht möglich ist, also immer auch die Suche nach einer Nicht-Macht, indem es die Beherrschung, die Ordnung und zunächst die bestehende Ordnung ablehnt, das Schweigen einer Rede der absoluten Wahrheit vorzieht, weshalb es bestreitet und ohne Unterlass bestreitet.«
Diaphanes, TransPositionen, Paperback, 192 Seiten, "Mängelexemplar"-Stempel auf der Buchunterseite, aber Buch in sehr gutem Zustand


