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Das Paradoxe

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Das Paradoxe


Literatur zwischen Logik und Rhetorik
Carolina Romahn, Gerold Schipper-Hönicke (Hg.)

In der Moderne und unter den Bedingungen ihrer Betrachtungsweise gewinnt das Paradoxe gegenüber vormaligen historischen Bestimmungen und Funktionen neue Qualität. In der wechselseitigen Bezugnahme zwischen Literatur und Philosophie, wie sie seit der Frühromantik explizit gefordert ist, entwickelt sich das Paradoxe zu einem Phänomen jenseits bloß rhetorischer Stilfigur und logischem Widerspruch, das die Aporien systematisch konzipierter Theorien und deren ideologische, dichotomische Strukturen ans Licht hebt und so die Relation von Weltwahrnehmung und Weltauslegung immer wieder verschiebt. Wenn der Literatur, der Kunst überhaupt eine Erkenntnis sui generis zuerkannt werden muß, zeitigt das Folgen für die Grenzziehung zwischen ästhetischer und epistemologischer Weltbegegnung und deren Rechts- und Geltungsansprüchen. Welche verändernde Kraft das Paradoxe als konstitutive Figur der Reflexion und Provokation für den Prozeß von Weltbegegnung, Verstehen und Fiktionalisierung einer nicht abgeschlossenen literarischen Moderne spielt, das zeigen die hier versammelten Beiträge, die sich im wesentlichen auf die Zeit vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart konzentrieren. Anhand unterschiedlicher Autoren wie Sujets wird der Wandel vom Verdikt über das bloß Widersinnige - wofür das Paradoxe lange Zeit gehalten wurde - zur Einsicht in die unhintergehbare Gegenläufigkeit sprachlicher Bewegung deutlich, die für die Moderne charakteristisch ist. Der vorgelegte Band widersteht in seiner Tendenz der postmodern inszenierten Beruhigung und Stillstellung des Paradoxen mittels seiner unernsten Einverleibung, insofern er die Geltung des Phänomens auch heute noch als Möglichkeit einer vielleicht anderen Bewegung der Sprache und der Geschichte offenhält.

Inhalt
Carolina Romahn: Paradoxien der Grenze. Anmerkungen zum Phänomen des Unmöglichen
I. Antinomien
Alfred Schmidt: Paradoxie als Wahrheit im Denken Schopenhauers
Dietrich Mathy: Nichts ist dem Geist erreichbarer als das Unendliche. Novalis: Paradoxie als Erkenntnis
Gerd Held: Menstruum universalis oder das Flüchtige Salz des Komischen. Zur Auflösung der Form bei Jean Paul
Stefan Lorenzer: Die mimetische Falle. Nachahmung nach Diderot
Eckhard Lobsien: Paradoxien der Assoziation von Locke bis Husserl
Gerold Schiper-Hönicke: Mangel als Fülle. Die "Negative Capability" des John Keats
Petra Leutner: Der vergessene Prometheus. Paradoxien der Präsenz bei Goethe
Ralph-Rainer Wuthenow: Diderots "Paradoxe sur le comédien" oder Die Künstlichkeit der Kunst
II. Figuren
Matthias Jung: Man steigt nicht einmal in denselben Fluß. Das Paradox symbolisierter Erfahrung
Gerhard Goebel: Poemathesis ou La poésie et les nombres. La Fontaine racompte
Y. Maeyama: Das Paradoxe in der Astronomiegeschichte: Naturgesetzlichkeit und Geo-, Egozentrizität
Pierre Furter: Les dires du non-dit (Teresa von Avila)
Heiner Boehncke: Lob der Pest
Wojciech Kunicki: Ernst Jüngers nietzscheanische Rückkehr zur Theologie im Werk der 30er Jahre
Asa-Bettina Wuthenow: Im Lande der Paradoxa. Akutagawa Ryûnosukes "Kappa"
Jörg Bong: Der Leser-Schreiber. Eine Erzählung Wolfgang Hilbigs
Volker: "Meßmers Gedanken" von Martin Walser
III. Aporien
Jörg Villwock: Die Geschichte als Labyrinth. Zonen des Paradoxen im Werk Friedrich Nietzsches
Luciano Zagari: Gottfried Benn. Paradoxien zwischen Nihilismus und Artistik
Michael Scheffel: Paradoxa und kein Ende. Franz Kafkas Romanprojekt "Der Verschollene"
Enrico De Angelis: Paradoxien bei Robert Musil oder Über die Seinsgeltung einer nichtwirklichen Welt
Philipp Rippel: André Breton und der Surrealismus
Eva Marquardt: Jean-Philippe Toussaints "La salle de bain". Ein kurzer Roman der Zeit
Uwe Japp: Widerspüchliche Weltbegegnung im Werk Thomas Bernhards
Carola Hilmes: Die Autobiographie ohne Ich. Alain Robbe-Grillets "Romanesques"
Anhang


Königshausen & Neumann, Paperback, 336 Seiten

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