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Glasmusik • Metallmusik CD

Artikelnummer: 4012476557137

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Glasmusik • Metallmusik CD

Eine Gruppe Musikstudierender erstellt im Rahmen eines interdisziplinären Hochschulprojekts unter Mitwirkung eines Metallbildhauers ein einmaliges, unkonventionelles Metall- instrumentarium und erfindet dafür eine eigene Musik. Das mag auf den ersten Blick nicht so ungewöhnlich erscheinen, ist es jedoch, wenn man bedenkt, dass sich in unserem Kulturkreis Musikmachen vorwiegend auf Reproduktion bereits existierender Musik beschränkt. Die Bedeutung eines solchen von erfahrungsorientiertem und selbstbestimmtem Lernen und Handeln getragenen Projekts liegt darin, dass schöpferische Gestaltungsfähigkeit im Team als integrierender Bestandteil von Musikausbildung und Musikmachen entwickelt wird.
Die klanglichen Möglichkeiten und die Spielbarkeit des in gemeinsamer Arbeit entstandenen Instrumentariums erschlossen sich durch Experimentieren, in freier Improvisation und über kompositorische Vorstellungskraft. Von der unkonventionellen Formgebung der Instrumente und deren Klangcharakter ausgehend war das Ziel stets das kollektive Erfinden einer Musik als Synthese von Experiment, Improvisation und Komposition. Die Stücke - verbal oder grafisch notiert - enthalten die durch Versuch und Diskussion gefilterten Ideen aller Beteiligten. Indem jeder seine speziellen Fähigkeiten eingesetzt hat, sind die Ergebnisse Folge eines Geduld und Toleranz erfordernden Arbeitsprozesses. Alle Ensemblemitglieder haben ihre unterschiedlichen musikalischen Kompetenzen zu gemeinsamen kompositorischen Entscheidungen gebündelt und gleichzeitig die Grenze zwischen Improvisation und Komposition aufgehoben.
Der intensive Arbeitsprozess sei kurz skizziert: Material in Form von Messingröhren und Aluminiumstäben - gestiftet von der Musikinstrumentenfirma "Studio 49" - bildete den Grundstock für das interdisziplinäre Projekt METALLMUSIK der von Prof. Walter Sons 1987 im Studiengang Musik an der Universität Kassel gegründeten "AG Neue Musik III". Erste Klangexperimente mit den vorhandenen Materialien offenbarten die Notwendigkeit, die Klangpalette zu erweitern. In der Folgezeit wurden unter dem Aspekt ihres Eigenklangs Metallmaterialien unterschiedlicher Formen auf Kasseler Schrottplätzen ausgewählt. Firmen und Privatpersonen stellten Ölfässer, Bleche, Kreissägeblätter und Pflugscharen zur Verfügung. Planung und Bau der Instrumente wurden entscheidend von der Eigenart der gesammelten Fundstücke beeinflusst, die musikalische Konzeption wiederum war abhängig von den Besonderheiten des Instrumentariums.
Da gibt es einmal die Objekte mit ihrem materialspezifischen Klang, zum anderen die hinsichtlich der Skalenbildung bewusst zufällige Anordnung der 48 Messingröhren, dann die konstruierte Reihung eines Viertelton-Metallophons und die gänzlich andere Charakteristik eines aus chinesischer Tradition hergeleiteten Pentatonik-Obertonreihen -Glockenspiels (Idee eines mit chinesischer Kultur vertrauten Ensemblemitglieds). Neuartige Spieltechniken ergaben sich aus den unterschiedlichen geometrischen Formen einzelner Klangerzeuger, deren ungewöhnlicher Anordnung und der Art der Befestigung. Nicht unwichtig ist der Gedanke, dass hier überflüssiges, auf Schrottplätzen abgelegtes Material einer neuen, künstlerischen Verwendung zugeführt wird, ohne dessen Vergangenheit auszulöschen.
Als Glücksfall für das Gedeihen des Projekts erwies sich die Mitarbeit des Metallbildhauers Dieter Zaha, der an der Kunsthochschule Kassel Freie Kunst/Metallbildhauerei studierte. Er hat nicht nur in Zusammenarbeit mit den Gruppenmitgliedern die Gestaltung des Instrumentariums maßgeblich beeinflusst, sondern ist auch als Musiker dem Ensemble beigetreten.
Ähnlich wie das Vorgängerprojekt, die GLASMUSIK, erregte auch die METALLMUSIK bald nach den ersten Auftritten im Jahre 1989 überregionale Aufmerksamkeit. Es begann eine rege Konzerttätigkeit, die - insbesondere in der Anfangszeit - dazu führte, intensiv an der musikalischen Konzeption weiterzuarbeiten. Die Problemkreise „Improvisation im Konzert“ im Zusammenhang mit „Qualität“ haben die Diskussion innerhalb des Ensembles lange beherrscht. Ebenfalls wurde das Instrumentarium ständig weiterentwickelt. Noch 1997 hat Dieter Zaha anlässlich des zehnjährigen Jubiläums ein von zwei Spielern zu bedienendes Blasinstrument geschaffen.

Mitwirkende:
Hermann Beuchert
Rold Denecke
Michael Leipold
achim Rache
Jürgen Schlüter
Brigitte Sons
Peter Arens
Rainer Greulich
Claudius Knoess
Claudia Pfretzschner
Markus Rennecke
Sabine Schmitz
Martin Sons
Petra Starke
Dieter Zaha
Leitung: Prof. Walter Sons

Musicaphon Records

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